Ausbildungsleitung

Sohan Anne Böing besitzt eine große Kraft, Menschen zu ermuntern, das Geschenk und den Sinn des Lebens in sich selbst zu entdecken und sich einzubringen in die Welt. In größter Weisheit, Güte und mit viel Humor vermag sie dabei den Wesenskern ihres Gegenübers zu sehen, ihn anzusprechen und wachzukitzeln. Sohan versteht es Räume zu schaffen, die frei sind von Wertung, frei von Urteil und persönlicher Erwartung. Es sind Räume, in denen der einzelne sich selbst und seiner eigenen Wahrheit begegnen kann.  

Ein Anliegen ist ihr dabei ein bewusst gelebter Alltag, welcher der Verantwortung für das eigene Glück und Potenzial entspringt.
Sohan Anne Böing steht damit für ein Yoga der Individualität, weil es den Einzelnen in seine authentische Präsenz, in den Moment und in das Leben hinein führt.
Bereits vor mehr als 20 Jahren hat sich die Gründerin der Yoga Delta Studios in Berlin Mitte und Berlin Friedrichshain für diesen Weg entschieden. Heute verkörpert sie ihn mit Herz und messerscharfem Verstand. Für sie gibt es keine Heilsversprechen außerhalb dessen was ist. "Leben ist der spirituelle Weg" sagt sie.
Als Lehrerin und Ausbilderin für Kundalini Yoga, Kinder Yoga und Karam Kriya steht für die zweifache Mutter deshalb auch nie eine Ideologie im Mittelpunkt, sondern immer der Mensch.

Kundenberichte

Jana S.

"Die Ausbildung hat mir sehr gut gefallen. Mir ist sehr deutlich bewusst geworden, wie stark man von persönlichen Bildern über einen anderen Menschen geprägt ist. Ich versuche mir dieser bewusst zu werden und mich von ihnen zu lösen. Alle Menschen die mir begegnen ohne meine eigene Projektion wahr zu nehmen. Das denke ich, ist sehr wichtig in der Arbeit mit Kindern, da sie ihren eigenen Weg gehen und finden sollen und sich frei von unseren Projektion entwickeln können. Ich habe viel mitgenommen und finde das die Kinder Yoga Ausbildung mich nicht nur als Yogaleherin weitergebracht hat, sondern, dass sie mich auch in meiner Arbeit als Ergotherapeutin unterstützt."

Marit D.

"Die Ausbildung hat mich darin bestärkt mit Kindern zu arbeiten (Lebenskundelehrerin) und weiter meine Haltung und Rolle zu finden. Meine Sichtweise und mein Blick haben sich geweitet. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen die ich in der Ausbildung gemacht habe."

Jana K.

"Seit September gehe ich an den festgelegten Samstagen zur Kinder-Yoga-Ausbildung. Sie wird durchgeführt und geleitet von Sohan Anne Böing. Da kriechen schon mal zehn Frauen auf dem Boden herum und machen lustige Tiergeräusche. Auch wenn meine Woche hart war, so freue ich mich immer darauf, sogar auf die Teile, die unangenehm sind für mich. Dazu gehört beispielsweise das bewusst machen von Glaubenssätzen. Ich denke, für jeden zunächst eine unangenehme Sache. Das schöne daran ist, je offener, ehrlicher und direkter ich mit mir selbst bin, um so besser kann ich mich mit den Unannehmlichkeiten auseinandersetzen, innere Widerstände überwinden und wieder ein kleines Stückchen bewusster werden. Sohan schafft den Raum dafür!
Sie steht mir in jeder Phase dieser Schritte liebevoll, helfend, verstehend, mitfühlend, aber auch fordernd und anspornend zur Seite. Die Ausbildung ist für mich viel mehr als nur die Befähigung, einen Kinderyogakurs zu leiten. Sie ist für mich intensive Auseinandersetzung mit mir selbst. Ich finde nach jedem Ausbildungssamstag ein Stückchen mehr zu meinem inneren Kind zurück.
Herzlichen Dank dafür!"

Himbeer, 01, Februar/März 2009, S.22-23

Brüllen wie ein Löwe – einfach ist was anderes. Laut sein, das ist weniger ein Problem, aber einen Brüller auszustoßen, der ein Löwenleben retten könnte, das bedeutet für ein Menschenkind volle Konzentration. Es bedeutet, sich zu sammeln, seine Kraft im Zentrum zu konzentrieren, innezuhalten, um dann alles zu entladen, was sich angestaut hat. Ist Yoga Sport? „Ja, das ist es. Und es ist mehr.“ Sagt Sohan Anne Böing. Seit 13 Jahren unterrichtet sie Yoga, seit 9 Jahren Kinder und bildet selbst Yogalehrer aus. Auf die Frage, ob es am Ende einer Yogalehrerausbildung eine Prüfung gibt, antwortet sie: „Die Kinder werden euch prüfen.“ Das hat sie unzählige Male selber erfahren: „Man kann eine Stunde, bevor sie begonnen hat, perfekt durchplanen. Doch dann kommt ein Kind und erzählt, dass ihm heute etwas sehr Bedrückendes widerfahren sei. Dann wird alles anders verlaufen.“ So ist das Leben und weil Yoga Integration bedeutet, macht es nicht nur Geist und Körper zu einer Einheit, sondern integriert den Einzelnen in die Gruppe und das Leben in die Stunden. Den medizinischen Nutzen von Yoga bezweifelt inzwischen niemand mehr und auch nicht, dass Yoga die Konzentrationsfähigkeit steigert. Die 9 Kinder in Sohans Donnerstagskurs lernen beim Yoga, sich wahrzunehmen, sich zu spüren. Auch deshalb, weil sie hier keiner Form Leistungsdruck ausgesetzt sind, den die 12-Jährigen aus anderen Lebensbereichen kennen. Hier macht niemand etwas besser, keiner etwas schlechter. Es wird nicht verglichen. Ist Yoga Sport? Ja, denn es wird geschwitzt, Muskeln werden angespannt und Kraft wird aufgebaut. Und ja, es ist mehr, denn es wird entspannt, losgelassen, ausbalanciert. Erwachsenen ist es wichtig, zu erfahren, dass es beim Kinderyoga um soziales Verhalten, um Spaß und darum geht, den Alltag zu verarbeiten. Die Kinder fragen nicht nach dem Warum. „Sie führen intuitiv heilende Bewegungen aus, die im Alltag ausgebremst werden.“ Wenn Sohan erfährt, ein Kind, das zu ihr in die Stunde kommt, habe keinen freien Tag in der Woche mehr, plädiert sie dafür, nicht auch noch in ihren Kurs zu kommen. Yoga möchte Freiträume schenken, nicht einschränken – auch nicht die Zeit. Sie wünscht sich, dass Yoga nicht benutzt wird. Nicht als Allheilmittel und auch nicht als Trendsportart. Yoga ist ein Weg, um mit sich in Kontakt zu kommen. Sich selbst zu spüren und daraus mit positiv gestärktem Selbstbewusstsein hervorzugehen. Das ist die eigentlich heilende Wirkung von Yoga. Und Kindern kann das gelingen, indem sie sich in eine rohe und eine gekochte Spaghetti hineinversetzen. Einige der Kinder, die in diesem Donnerstagskurs sind, machen seit 9 Jahren, seit sie drei Jahre alt sind, bei Sohan Yoga. Diese Kinder können spüren, wenn ihnen etwas zu viel wird, und sie haben ein Instrument, das sie davor schützt. Sie wenden es ganz natürlich an, denn Yoga-Übungen gehören zu ihrem leben wie die Sauce auf die Spaghetti. Wie in Erwachsenen-Kursen überwiegen auch beim Kinderyoga die Mädchen. Komisch, findet Lion. Er kommt seit vier Jahren zu Sohan und freut sich, dass er einer der besten seiner Fußballmannschaft ist. Weil er so gut in Koordination ist und weil er konzentrierte Bewegungsabläufe kennt. Er ist sich sicher: “Das kommt vom Yoga.“

Kathrin K.

Die weiße Taube II 
Dich sehen
ohne Vergleich 
Dich wahrnehmen
deine Schönheit 
Frieden für mich
Zuneigung für dich
Ein Lächeln für uns 
(Juni 2007) 


"Für mich persönlich korrespondierte die Ausbildung mit großen persönlich Veränderungsprozessen, die entscheidend durch die Ausbildung geprägt und vorangetrieben wurden. Die erste Zeit war für mich durch Skepsis und Distanz  geprägt, da ich bisher keinen Kontakt mit Kundalini-Yoga hatte und das von mir praktizierte Iyengar-Yoga sich grundlegend davon unterscheidet. Dennoch reizte mich die in Aussicht gestellte Auseinandersetzung mit mir selbst, so dass mir sehr schnell klar war, dass ich soviel wie möglich aus den Sonnabenden mitnehmen will und zwar in erster Linie für mich selbst und in zweiter Linie im Sinne des Kinderyoga. Mit der Zeit gelang es mir den Vergleich der Yoga-Arten und den Wunsch nach Wahrheit/Gewissheit loszulassen und mich auf das mir vorgestellt System einzulassen. Distanz und Skepsis wandelten sich in Offenheit und Neugier. Es gelang mir mich darauf einzulassen und die Impulse und angestoßenen Prozesse in meinen Alltag zu holen, dort mit ihnen zu arbeiten und zu überprüfen. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Wandlungs- und Erkenntnisprozess, der seinen Abschluss sucht und finden wird, auch wenn dieser nur ein Ausgangspunkt für weiteres sein wird.  Ich verneige mich tief vor –  dem Raum, der mir zur Verfügung gestellt wurde und in dem ich uneingeschränkt sein durfte,  vor der Gruppe und vor Sohan.
Die Atmosphäre war immer so, dass ich mich wohl gefühlt habe. Das Set mit dem Vogelflug wahr wohl das schönste für mich, am schwierigsten war es die Augen zuzumachen. Am Ende habe ich das Gefühl mit geschlossen Augen mir die ganze Welt erfliegen zu können. Jetzt habe ich großes Interesse daran an Schulen Kurse zu geben."

n-tv Interview mit Sohan 2007

Yoga ist keine Religion
Kinder in Balance halten

Kind zu sein ist heute nicht so einfach. Zwischen einem von Pisa geschockten Schulsystem, arbeitslosen, zu viel arbeitenden oder ehrgeizigen Eltern und einem Überangebot an Freizeitmöglichkeiten, fehlt vielen Kindern ein eigener Raum, um zu sich selbst zu finden. Sie werden nervös, zappelig, unsicher oder sogar verhaltensauffällig und aggressiv. Yoga ist eine Möglichkeit, Kindern diesen Raum zu geben. Doch die Vorbehalte gegenüber den altindischen Atem-, Entspannungs- und Meditationstechniken sind noch weit verbreitet.

n-tv.de: Was kann Yoga wirklich für Kinder tun? Diese Frage stelle ich an Sohan Anne Böing, Yogalehrerin und Kinder-Yoga-Lehrerin seit 1999 in Berlin.

Sohan Anne Böing: Yoga kann Kinder in Balance bringen und halten. Damit meine ich kein statisches Bild oder einen bestimmten Zustand, der angestrebt und aufrecht erhalten wird, sondern einen lebendigen, bewussten, sich stetig ändernden Prozess. Das ermöglicht den Kindern, am Leben teilzunehmen und dabei im Kontakt mit sich zu sein und zu bleiben. Bei den vielen Herausforderungen und Eindrücken des Alltags ist das keine einfache Aufgabe. Die Körperwahrnehmung und das Bewusstsein über die eigene Körperintelligenz sind dabei wichtig.

Warum Yoga für Kinder? Geht das überhaupt?

Ja! Aus meiner Erfahrung heraus stellen sich die Eltern diese Frage. Die Kinder hingegen praktizieren einfach Yoga, ohne eine genaue Vorstellung oder ein konkretes Ziel zu haben. Vorbehaltlos machen sie so eine direkte Erfahrung. Die Frage "Warum?" stellt sich für viele Kinder gar nicht oder wird durch die direkte Erfahrung sofort beantwortet. Yoga wird für Kinder ein selbstverständliches Werkzeug! Die im Yoga geschulte Eigenwahrnehmung ermöglicht, sich dem natürlichen Zugang bewusst zu werden und zu vertrauen. So können die Kinder lernen, die eigenen Methoden des sich Ausbalancierens gezielt anzuwenden.

Kinder-Yoga wird zum Glück auch für immer mehr "Groß-Gewachsene", wie mal ein Kind gesagt hat, selbstverständlicher. So schicken inzwischen immer mehr Ärzte Kinder zu mir, um Umgangs- und Entwicklungsprobleme zu lösen und Konzentration und/oder Koordination zu verbessern. Eine Entwicklung, die mich freut und meinem Anliegen nach interdisziplinärer Zusammenarbeit entgegenkommt. Ein Miteinander verschiedener Fachbereiche ermöglicht viel Neues, bereichert und erleichtert die Arbeit.

In welchem Alter dürfen Kinder Yoga praktizieren? Gibt es gesundheitliche oder sonstige Einschränkungen? Muss ein Elternteil dabei sein?

Mit ungefähr drei Jahren können Kinder mit Yoga beginnen. Zunächst sind die Eltern dabei und machen mit. So lernen die Kinder am Vorbild. Dann kommt der Moment, wo die Kinder lieber allein Yoga machen wollen. Die Praxis hat mir gezeigt, dass ich diesem Impuls des Kindes vertrauen kann, und es immer der richtige Zeitpunkt für Eltern und Kinder ist. Bei den größeren Kindern sind keine Eltern dabei. Die Kinder und ich laden die Eltern aber zur letzten Stunde vor den Sommer- und Winterferien zu einer gemeinsamen Abschlussstunde ein.

Einschränkungen gibt es nicht! Ich habe allerdings Kinder, bei denen die Gruppenarbeit nicht ausreicht. Nach Absprache arbeite ich mit diesen Kindern und/oder ihren Eltern eins zu eins, weil es sonst den Gruppenprozess sprengen würde. Oder ich empfehle zusätzlich noch eine alternative Behandlungsmethode, das kommt auf den Einzelfall an.

Gibt es Kinder, für die Kinder-Yoga ungeeignet ist?

Bisher habe ich noch kein Kind kennen gelernt, für das Kinder-Yoga ungeeignet ist.

Wie läuft so eine Kinder-Yoga-Stunde ab?

Unterschiedlich: Je nachdem, was die Kinder beschäftigt und was sie für Anliegen mitbringen. Die flexible Struktur setzt sich zusammen aus dem Einstimmen auf die Yoga-Stunde mit einem festen Ritual. Die so genannten Asanas, also Körperübungen, folgen. Dieser Teil der Stunde gestaltet sich jedes Mal anders. Die Asanas werden zunächst spielerisch ausprobiert. Dabei integriere ich Bewegungs-Impulse, die von den Kindern kommen, weil das intuitiv heilende Bewegungen sind, die im Alltag häufig ausgebremst werden oder unbewusst bleiben. Rollen, hüpfen, zirpen, schleichen oder auch Höhlen bauen gehören auf jeden Fall dazu.

Kinder, die z.B. "unter Strom stehen", wählen in der Stunde eine Bewegung oder ein Geräusch, um den Druck zu lösen. Es kann die Lokomotive sein oder die Schlange, die giftig zischt und sich warnend Luft macht. Kinder wählen intuitiv das, was sie wieder mit sich selbst sein lässt. Ich greife den gewählten Impuls auf und webe ihn mit in den Verlauf der Stunde ein. Laut zwischen den Zähnen durch zu zischen wie ein Drucktopf löst beispielsweise inneren Druck auf. Es gibt Momente, wo der Druck durch Mangel an Kreativität noch erhöht wird. Das beobachte ich häufig bei Wut. Schlägt, beißt oder kratzt ein Kind, kommt aus dem Umfeld meistens nur ein: "Nein, das tut man nicht!" Damit wird der Druck im Kind erhöht und es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Wut sich wieder Raum verschafft.

Manchmal wird ein soziales Kind so wütend, weil es zuvor weit über seine Grenze hinaus gegeben hat. Mit der Wut verschafft das Kind sich wieder Raum. An diesem Punkt ist die Wut schon ein Notmittel, um wieder in den Kontakt mit sich zu kommen. Statt die Wut zurückzuweisen, sollte dem Kind eine Form geboten werden, wo es seine Wut ausleben kann, aber ohne jemanden zu verletzen. Kleiner Kinder führe ich mit einer Geschichte durch die Asanas (Körperübungen). Bei den größeren Kindern erzähle ich keine Geschichten mehr. Sie haben zumeist ganz konkrete Anliegen! Eine Gruppe wollte vor kurzem unbedingt den gebundenen Lotus lernen. Es hat einige Stunden gebraucht und die Kinder haben zuhause angefangen voll freudigem Eifer vorbereitende Dehnübungen zu machen. Und dann diese unglaublich schönen Stunden, wo einer nach dem anderen in die Haltung kam und die gemeinsame Freude!

Nach den Asanas folgt eine spielerische oder geleitete Entspannung. Zum Beispiel spüren die Kinder in dieser Zeit ihren eigenen Herzschlag. In diesem Rhythmus sprechen sie in Gedanken ihren eigenen Namen. Es ist still im Raum, denn alle lauschen dem eigenen Rhythmus, dem eigenen Takt, der einlädt, das eigene Leben zu leben.

Plötzlich fährt ein Junge aus der Entspannung senkrecht hoch und ruft erstaunt aus: "Ich kann es spüren! Im ganzen Körper höre ich es!" Danach fällt er wieder in die Entspannung und schläft ein. Als er erwacht, steht ein Junge vor mir, der seine Schuhe trägt und im Kontakt mit sich selbst ist.

Nach der Entspannung meditieren wir gemeinsam still oder singend. Kinder haben einen selbstverständlichen Umgang damit und viele Eltern berichten mir, dass die Kinder diesen Teil in bestimmten Momenten mit in den Alltag einbringen. Dann kommt das rituelle Ausstimmen, zusammen Tee und Wasser trinken, wobei Gespräche, Wünsche oder Fragen besprochen werden. Zusammen aufräumen und verabschieden bilden den Abschluss der Kinder-Yoga-Stunde.
Worauf sollten Eltern achten, wenn sie für ihr Kind einen Kinder-Yoga-Kurs suchen?

Mmhh, die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Es gibt Kinder, die unbedingt zum Kinder-Yoga wollen und nicht kommen dürfen, weil es nicht den Vorstellungen der Eltern entspricht. Auf der anderen Seite gibt es Kinder, die vor manchen Prozessen oder Herausforderungen "wegflattern". Hier wäre die Unterstützung der Eltern hilfreich. Aus diesem Grund würde ich den Eltern empfehlen, darauf zu achten, dass ein offenes und ehrliches Gespräch mit dem Yoga-Lehrer möglich ist.

Können Kinder auch im Kindergarten oder in der Schule, vielleicht sogar während einer kleinen Pause Yoga praktizieren oder muss ein besonderer Rahmen dafür geschaffen werden?

Alles ist möglich! Es gibt immer mehr Schulen, die Yoga in ihren Schul-Alltag integrieren. Eine Entwicklung, die der Hauptgrund für mich war, eine Kinder-Yoga-Lehrer-Ausbildung ins Leben zu

rufen und anzubieten, um die Anfragen an mich persönlich weiterleiten zu können. Denn gerade in Schulen, wo die Kinder sich nicht nur einmal in der Woche treffen, ist die positive Wirkung durch Yoga auf das Gruppenbewusstsein groß.

Gibt es für Kinder irgendwelche Gefahren beim Yoga? Könnten sie beispielsweise gegen den Willen der Eltern religiös beeinflusst werden?

Yoga ist eine Wissenschaft der Erfahrung und keine Religion. Da dies von der Haltung des Lehrers abhängt, so wie überall und nicht nur beim Yoga, sollten die Eltern den Lehrer fragen, ob eine religiöse Erziehung mit einfließt. Meine Erfahrung ist, dass Kinder eigene "religiöse" Bilder haben, mit denen sie in der Meditation in den Kontakt kommen können. Mir geht es um die Erhaltung der eigenen Bilder. Es gibt Momente nach Meditationen, wo die Kinder ihre verschiedenen Bilder und Empfindungen mitteilen - das sind für mich berührende Momente, in denen die Schönheit und Einzigartigkeit jedes Menschen zum Vorschein kommt, mitgeteilt wird und nebeneinander sein darf.

(Mit Sohan Anne Böing sprach Jana Köhler.) Adresse: www.n-tv.de/845753.html

Kundalini Yoga Newsletter Interview mit Sohan 2006

Kinder Yoga Ausbildung

von Gopal Kaur

Sohan Anne Böing unterrichtet seit 1999 selbstständig u.a. Kundalini Yoga für Kinder.
Seit September 2006 läuft ihre erste Kinderyoga – Ausbildung.
Durch meine Tochter und eigene Hospitationen lernte ich ihre besondere Art und Weise kennen Kinder zu unterrichten.

„Beim Hospitieren fiel mir auf, dass die Asanas, verknüpft mit Geschichten nicht das Wesentliche deiner Kinderyogastunden sind. Ich sah z.B. auch kooperative Spiele mit Geschicklichkeits-, Balance-, Fühl-, und Höranteilen, oft mit therapeutischem Charakter.“
„Die Asanas sind ein wesentlicher Teil des Kinderyoga, aber nicht der Einzige.

Es geht mir darum mit der Gruppe eine vollständige Bewegung durch alle Elemente zu beschreiben. Zu jedem Element gehören bestimmte Asanas, Entspannungen und Meditationen. Es ist eine natürliche Abfolge der Elemente, wie sie in der Natur zu beobachten ist.
Diese Abfolge ergibt sich aus dem Element, in dem die Kinder ankommen und in dem die Stunde beginnt. Ich greife die Impulse der Kinder auf und webe ihre kreativen Ideen mit ein.

Die Inhalte sind gruppen- und altersabhängig.
Kooperative Spiele mit unterschiedlichem Schwerpunkt verwende ich, wenn das Zusammenspiel der Elemente aus der Balance ist, ein Element nicht integriert ist oder eines überwiegt.
Wenn es z.B. wie vor einiger Zeit in einer Gruppe starke Ablehnungen gegenüber dem anderen Geschlecht gibt, verwende ich ein Spiel, das die Balance fördert und die Gemeinschaft stärkt und betont. Es ist schon ein berührender und schöner Moment, wenn dann fünf Vierjährige voller Aufmerksamkeit sich gegenseitig auf einem großen Gymnastik-Ball halten und die anderen den Ball festhalten. Da ist aus dem Gegeneinander und sich bloß nicht berühren wollen das Miteinander, ja sogar das Füreinander der Gemeinschaft geworden."

„Du hast dich 1997 bei Shiva Kaur in Kinderyoga fortbilden lassen. Inwieweit hast du ihre Vorgaben verändert?“
„ Ich halte mich im Großen und Ganzen an den rituellen Rahmen von Shiva Kaur (Einstimmen ... Körperübungen ... Entspannungsphasen ... Meditation ... Ausstimmen ... Verteilen von Tee, Wasser, Prassaad ... gemeinsames Aufräumen).

Bei einigen ihrer Inhalte und Methoden hat mich die Praxis aber Anderes gelehrt.
Wesentlich war für mich zu erkennen, dass ich selbst im Prozess bin und diesen Prozess mit den Kindern teile. So wird aus der Kinder-Yoga-Stunde ein gegenseitiges Voneinanderlernen und Miteinanderlernen. Die daraus gewachsenen Früchte sind für mich selbst oft unerwartet und überraschend. Die angeborene heilende Bewegung ist vielen der Kinder im Laufe der Jahre so selbstverständlich und bewusst geblieben, dass sie nicht nur mit den eigenen Bedürfnissen klar in Kontakt sind, sondern auch wissen wie sie sich in Balance bringen können.
Später hat sich durch meine Karam Kriya Ausbildung bei
Shiv Charan Singh noch mal vieles verändert. Karam Kriya hat mir einiges klarer gemacht, die gesamte Basis meiner Arbeit beruht darauf."

„Wie definierst du den Schwerpunkt in deiner Arbeit?“

"Den Schwerpunkt meiner Arbeit sehe ich darin, meine Schüler, ganz gleich ob Kind oder Erwachsener, zu unterstützen in Kontakt mit sich selbst zu kommen oder zu bleiben und dem inneren Lehrer zu folgen - sich selbst zu lehren die eigene Energie für sich zu nutzen, statt sich selbst zu sabotieren.
Daraus kann eine eigene Position im Leben erwachsen, die den Menschen authentisch und greifbar macht. Es ist die Berührung mit dem eigenem Potenzial, der eigenen Gabe, wodurch klar wird, was du im Leben manifestieren und geben möchtest.
Es entsteht die Möglichkeit für andere und den Moment erreichbar zu sein, deinen Gegenüber wirklich zu treffen und in seinem So-Sein wahrzunehmen.”

„Warum bietest du überhaupt Yoga für Kinder an? Kinder bewegen sich doch oftmals noch ausreichend?“
"Ich habe beobachtet, dass Kinder intuitiv heilende Bewegungen ausführen, die aber im Alltag oft ausgebremst werden. Im Kinder-Yoga greife ich diese Impulse auf, um die eigene Körperwahrnehmung zu stärken und bewusster zu machen."

„Wie hoch gewichtest du das Therapeutische und wie weit ist da in der Gruppe überhaupt etwas zu leisten?“
"Manchmal ist es, wie für einen Moment eine Türsteherin zur Seele zu sein. Meinen Fuß in die Tür stellen, wo eine zugeschmissen werden soll – ein Raum der Seele verschlossen werden soll. Ich frage nur, was sich in dem Raum befindet.

Jede Gruppe bildet einen gemeinsamen Gruppenkörper auf den ich mich konzentriere. Manchmal behandele und arbeite ich mit einzelnen Kindern dann noch zusätzlich allein.”

„Wie bereitest du dich auf eine Kinderyogastunde vor?“

"Es ist wichtiger für mich in eine Kinder-Yoga-Stunde ausgeruht und aufmerksam zu gehen, als eine fest durchgeplante und perfekt vorbereitete Stunde in der Tasche zu haben. Das erzeugt meistens nur eine Erwartung, die dann enttäuscht wird. Ausgeruht und aufmerksam zu sein ist eine gute Voraussetzung und schafft die Möglichkeit diesen Moment, so wie er ist wahrzunehmen, damit zu sein und kreativ umzugehen."

“Was willst Du die TeilnehmerInnen deiner Kinderyoga – Ausbildung lehren?“

”Das Bewusstsein, dass jede Geste und jedes Wort lehrt.
Ich möchte sie lehren, mit sich Selbst und den Kindern in Kontakt zu sein, d.h. in einem lebendigen Prozess und nicht in festen Vorstellungen, Bildern und Methoden.
Ich möchte sie lehren Kinder im Prozess begleiten und ihnen das angeborene Körperbewusstsein erhalten zu können.
Ich möchte ihnen vermitteln, wie Kinder, die nicht im Gleichgewicht sind, also Kinder, die Probleme haben oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen, gefördert werden können. Dazu gehört, zu wissen, welche Elemente im Ungleichgewicht sind und wie sie balanciert werden können.
Ich vermittle das Wissen um die natürliche Abfolge der Elemente."

Weitere Informationen:
Tel.: 030 440 32 690 info@kundalini-yoga-berlin.de